Bava Batra 7

Kapitel 7

א אהדר ליה כלילא דיילי נקרינהו לעיניה יומא חד אתא ויתיב קמיה אמר חזי מר האי עבדא בישא מאי קא עביד אמר ליה מאי אעביד ליה אמר ליה נלטייה מר אמר ליה [כתיב] (קהלת י, כ) גם במדעך מלך אל תקלל אמר ליה האי לאו מלך הוא אמר ליה וליהוי עשיר בעלמא וכתיב (קהלת י, כ) ובחדרי משכבך אל תקלל עשיר ולא יהא אלא נשיא וכתיב (שמות כב, כז) ונשיא בעמך לא תאור
1 Diesem setzte er dann einen Kranz aus Igel[haut] auf und stach ihm damit die Augen aus. Eines Tages kam er heran, setzte sich neben ihn und sprach zu ihm: Hat der Meister gesehen, was dieser böse Sklave getan hat!? Dieser erwiderte: Was kann ich gegen ihn tun!? Jener sprach: Mag der Meister ihn verfluchen. Dieser erwiderte:<i>Auch in deinen Gedanken fluche dem Könige nicht</i>. Jener entgegnete: Er ist ja kein König. Dieser erwiderte: Mag er nicht mehr als sonst ein Reicher sein, und es heißt:<i>und in deinen Schlafgemächern fluche nicht einem Reichen</i>. Mag er nicht mehr als ein Fürst sein, und es heißt:<i>einem Fürsten in deinem Volke sollst du nicht fluchen</i>.
ב אמר ליה בעושה מעשה עמך והאי לאו עושה מעשה עמך אמר ליה מסתפינא מיניה אמר ליה ליכא איניש דאזיל דלימא ליה דאנא ואת יתיבנא אמר ליה כתיב (קהלת י, כ) כי עוף השמים יוליך את הקול ובעל כנפים יגיד דבר
2 Jener entgegnete: Nur wenn er nach den Werken deines Volkes handelt und dieser handelt ja nicht nach den Werken deines Volkes. Dieser erwiderte: Ich fürchte mich vor ihm. Jener sprach: Es ist niemand hier, der gehen und es ihm sagen könnte; nur ich und du sind hier anwesend. Dieser erwiderte: Es heißt:<i>denn der Vogel unter dem Himmel entführt den Laut und der Geflügelte verrät das Wort</i>.
ג אמר ליה אנא הוא אי הואי ידענא דזהרי רבנן כולי האי לא הוה קטילנא להו השתא מאי תקנתיה דההוא גברא אמר ליה הוא כבה אורו של עולם דכתיב (משלי ו, כג) כי נר מצוה ותורה אור ילך ויעסוק באורו של עולם דכתיב (ישעיהו ב, ב) ונהרו אליו כל הגוים איכא דאמרי הכי אמר ליה הוא סימא עינו של עולם דכתיב (במדבר טו, כד) והיה אם מעיני העדה ילך ויתעסק בעינו של עולם דכתיב (יחזקאל כד, כא) הנני מחלל את מקדשי גאון עוזכם מחמד עיניכם
3 Hierauf sprach er: Ich bin es. Hätte ich gewußt, daß die Rabbanan so vorsichtig sind, so würde ich sie nicht getötet haben. Wie kann ich es nun wieder gut machen? Dieser erwiderte: Du hast das Licht der Welt ausgelöscht, wie es heißt:<i>denn eine Leuchte ist das Gebot und das Gesetz ein Licht</i>, geh und befasse dich nun mit dem Lichte der Welt, wie es heißt:<i>und strömen</i><i>werden zu ihm alle Völker</i>. Manche sagen, er habe ihm wie folgt erwidert: Du hast das Auge der Welt geblendet, wie es heißt: <i>wenn von den Augen</i><i>der Gemeinde</i>, geh nun und befasse dich mit dem Auge der Welt, wie es heißt:<i>fürwahr, ich entweihe mein Heiligtum, den Gegenstand eurer stolzen Hoffahrt, die Lust eurer Augen</i>.
ד אמר ליה מסתפינא ממלכותא אמר ליה שדר שליחא וליזיל שתא וליעכב שתא ולהדר שתא אדהכי והכי סתרית [ליה] ובניית [ליה] עבד הכי שלחו ליה אם לא סתרתה אל תסתור ואם סתרתה אל תבני ואם סתרתה ובנית עבדי בישא בתר דעבדין מתמלכין אם זיינך עלך ספרך כאן לא רכא ולא בר רכא הורדוס [עבדא] קלניא מתעביד
4 Hierauf sprach jener: Ich fürchte mich vor der Regierung. Dieser erwiderte: Sende einen Boten; dieser wird ein Jahr hingehen, ein Jahr sich da aufhalten und ein Jahr zurückkehren; währenddessen hast du [den Tempel] niedergerissen und wieder aufgebaut. Da tat er dies. Hierauf erwiderte man ihm: Hast du ihn noch nicht niedergerissen, so reiße ihn nicht nieder; hast du ihn bereits niedergerissen, so baue ihn nicht wieder auf; hast du ihn bereits niedergerissen und wieder aufgebaut, so sind es schlechte Sklaven, die erst dann um Rat fragen, nachdem sie etwas bereits getan haben. Wenn du auch deine Waffen hast, so liegt deine Matrikel hier: Herodes ist weder Rakha noch Sohn eines Rakha; er hat sich selber zum Freien gemacht. –
ה מאי רכא מלכותא דכתיב (שמואל ב ג, לט) אנכי היום רך ומשוח מלך ואי בעית אימא מהכא (בראשית מא, מג) ויקראו לפניו אברך
5 Was heißt Rakha? – Ein König, wie es heißt:<i>ich bin heute jung [rakh], obwohl zum Könige gesalbt</i>. Wenn du willst, entnehme ich dies aus folgendem:<i>und sie riefen vor ihm: abrekh</i>.
ו אמרי מי שלא ראה בנין הורדוס לא ראה בנין נאה [מימיו] במאי בנייה אמר רבה באבני שישא ומרמרא איכא דאמרי באבני כוחלא שישא ומרמרא אפיק שפה ועייל שפה כי היכי דנקביל סידא סבר למשעייה בדהבא אמרו ליה רבנן שבקיה דהכי שפיר טפי דמיחזי כי אידוותא דימא
6 Man sagt, wer den Bau des Herodes nicht gesehen hat, habe keinen schönen Bau gesehen. – Woraus baute er ihn? Rabba erwiderte: Aus Alabaster- und Marmorstein. Manche sagen, aus Stibium-, Alabaster- und Marmorstein; eine Reihe hervorstehend und eine Reihe einwärts, damit der Kalk halte. Er wollte ihn auch mit Gold verkleiden, da sprachen die Gelehrten zu ihm: Laß dies, so ist es schöner, denn es sieht wie die Wellen des Meeres aus.
ז ובבא בר בוטא היכי עבד הכי והאמר רב יהודה אמר רב ואיתימא ר' יהושע בן לוי מפני מה נענש דניאל מפני שהשיא עצה לנבוכדנצר שנאמר (דניאל ד, כד) להן מלכא מלכי ישפר עלך וחטאיך בצדקה פרוק ועויתך במיחן עניין הן תהוי ארכא לשלותך וגו' וכתיב (דניאל ד, כה) כולא מטא על נבוכדנצר מלכא וכתיב ולקצת ירחין תרי עשר וגו'
7 Wieso tat dies Baba b. Buṭa, R. Jehuda sagte ja im Namen Rabhs, nach anderen, des R. Jehošua͑ b. Levi, Daniél sei nur deshalb bestraft worden, weil er Nebukhadneçar einen Rat erteilte!? Es heißt nämlich:<i>darum, o König, laß dir meinen Rat gefallen und mache deine Sünden gut durch Frömmigkeit und deine Missetaten durch Barmherzigkeit gegen die Armen; vielleicht wird dein Frieden von Dauer sein &amp;c</i>. Darauf heißt es: <i>all dies erfüllte sich an dem Könige Nebukhadneçar</i>. Ferner: <i>nach Verlauf von zwölf Monaten &amp;c</i>. –
ח איבעית אימא שאני עבדא דאיחייב במצות ואיבעית אימא שאני בית המקדש דאי לא מלכות לא מתבני
8 Wenn du willst, sage ich, anders verhalte es sich bei einem Sklaven, der den Geboten unterworfen ist, und wenn du willst, sage ich, anders verhielt es sich beim Tempel, der, wenn nicht der König, nicht renoviert worden wäre. –
ט ודניאל מנלן דאיענש אילימא משום דכתיב (אסתר ד, ה) ותקרא אסתר להתך ואמר רב התך זה דניאל הניחא למ"ד שחתכוהו מגדולתו אלא למ"ד שכל דברי מלכות נחתכין על פיו מאי איכא למימר דשדיוהו לגובא דארייוותא:
9 Woher, daß Daniél bestraft worden ist: wollte man sagen, weil es heißt:<i>da rief Ester den Hathakh</i>, und Rabh erklärte, Hathakh sei Daniél, so stimmt dies allerdings nach demjenigen, welcher erklärt: weil man ihn seiner Größe entriß, wie ist dies aber nach demjenigen zu erklären, welcher erklärt: weil alle Angelegenheiten der Regierung durch ihn erledigt wurden!? – Man warf ihn in die Löwengrube.
י הכל כמנהג המדינה: הכל לאתויי מאי לאתויי אתרא דנהיגי בהוצא ודפנא:
10 A<small>LLES NACH DEM</small> L<small>ANDESBRAUCHE</small>. Was schließt das ‘alles’ ein? – Dies schließt ein den Ortsbrauch, [die Wand] aus Dattel- oder Lorbeerzweigen zu errichten.
יא לפיכך אם נפל הכותל המקום והאבנים של שניהם: פשיטא לא צריכא דנפל לרשותא דחד מינייהו אי נמי דפנינהו חד לרשותא דידיה מהו דתימא ניהוי אידך המוציא מחבירו עליו הראיה קמ"ל:
11 D<small>AHER GEHÖREN</small>, <small>WENN DIE</small> W<small>AND EINSTÜRZT</small>, <small>DER</small> P<small>LATZ UND DIE</small> S<small>TEINE BEIDEN</small>. Selbstverständlich!? – In dem Falle, wenn sie in das Gebiet des einen von ihnen gefallen ist, oder wenn einer sie in sein Gebiet geschafft hat; man könnte glauben, der andere sei dann Kläger und habe den Beweis zu erbringen, so lehrt er uns.
יב וכן בגינה מקום שנהגו לגדור מחייבין אותו: הא גופא קשיא אמרת וכן בגינה מקום שנהגו לגדור מחייבין אותו הא סתמא אין מחייבין אותו
12 E<small>BENSO AUCH BEI EINEM</small> G<small>ARTEN</small>: <small>WO ES ÜBLICH IST</small>, <small>EINEN</small> Z<small>AUN ZU ERRICHTEN</small>, <small>VERPFLICHTE MAN IHN DAZU</small>. Dies widerspricht sich ja selbst: zuerst heißt es, ebenso verhalte es sich bei einem Garten, wo es üblich ist, einen Zaun zu errichten, verpflichte man ihn dazu, demnach verpflichte man ihn nicht dazu, wenn es keinen [festen Brauch] gibt,
יג אימא סיפא אבל בקעה מקום שנהגו שלא לגדור אין מחייבין אותו הא סתמא מחייבין אותו השתא סתם גינה אמרת לא סתם בקעה מיבעיא
13 dagegen heißt es im Schlußsatze, daß man bei einer Ebene, wo es üblich ist, keinen Zaun zu errichten, ihn dazu nicht verpflichte, wonach man ihn dazu verpflichte, wenn es keinen [festen Brauch] gibt; wenn man ihn, falls es keinen [festen Brauch] gibt, sogar bei einem Garten nicht dazu verpflichtet, um wieviel weniger bei einer Ebene!?
יד אמר אביי הכי קאמר וכן סתם גינה ובמקום שנהגו לגדור בבקעה מחייבין אותו אמר ליה רבא אם כן מאי אבל אלא אמר רבא הכי קתני וכן סתם גינה כמקום שנהגו לגדור דמי ומחייבין אותו אבל סתם בקעה כמקום שלא נהגו דמי ואין מחייבין אותו:
14 Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: ebenso verhält es sich bei einem Garten, wo es keinen [festen Brauch] gibt; und wo es bei einer Ebene üblich ist, einen Zaun zu errichten, verpflichte man ihn dazu. Raba sprach zu ihm: Welchen Sinn hat demnach das ‘aber’!? Vielmehr, erklärte Raba, meint er es wie folgt: ebenso gilt bei einem Garten ein Ort ohne [festen Brauch] als Ort mit dem Brauche, einen Zaun zu errichten, und man verpflichte ihn dazu; bei einer Ebene aber gilt ein Ort ohne [festen Brauch] als Ort, wo dies nicht üblich ist, und man verpflichte ihn dazu nicht.
טו אלא אם רצה כונס לתוך שלו ובונה ועושה חזית: מאי חזית אמר רב הונא אכפיה ליה לקרנא לבר ונעביד מלגיו עביד חבריה נמי מלבר ואמר דידי ודידיה הוא אי הכי השתא נמי גייז ליה חבריה ואמר דידי ודידיה הוא גיזוזא מידע ידיע
15 W<small>ENN ABER EINER ES WILL</small>, <small>SO RÜCKE ER EIN</small>, <small>BAUE</small> [<small>DIE</small> W<small>AND</small>] <small>AUF SEINEM</small> [G<small>EBIETE</small>] <small>UND MACHE VON AUSSEN EIN</small> K<small>ENNZEICHEN</small>. Was ist dies für ein Kennzeichen? R. Hona erwiderte: Er biege die Enden nach außen. – Soll er sie doch nach innen biegen!? – Der andere könnte ebenfalls solche von außen machen und sagen: sie gehört mir und ihm. – Demnach kann ja der andere auch jetzt [die Enden] abschneiden und sagen: sie gehört mir und ihm!? – Das Abgeschnittene ist zu merken.
טז איכא דאמרי אמר רב הונא מיכפא לקרנא מלגיו ונעבד מלבר גייז ליה חבריה ואמר דידי ודידיה הוא אי הכי השתא נמי לייף ליה חבריה ואמר דידי ודידיה הוא ליפופא מידע ידיע והא מבחוץ קתני קשיא
16 Manche lesen: R. Hona erwiderte: Die Enden werden nach innen gebogen. – Soll er sie doch nach außen biegen!? – Der andere könnte sie abschneiden und sagen: sie gehört mir und ihm. – Demnach kann ja der andere auch jetzt solche anbringen und sagen: sie gehört mir und ihm!? – Das Angeheftete ist zu merken. – Es heißt ja aber: nach außen!? – Dies ist ein Einwand.
יז רבי יוחנן אמר
17 R. Joḥanan erklärte: